Interessantes und Aktuelles

Leserbrief zum Thema „Planung im Verzug, Bau im Sprint. Spatenstich für Mehrfamilienhäuser mit Arztpraxis“ in Emmingen

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Schwäbische Zeitung/ Gränzbote

Jägerhofstr. 4

 

D-78532 Tutlingen                            

                                

                                                  Datum: 09.02.2020 


Sehr geehrte Damen und Herren,

 

zum oben genannten Artikel möchte ich mich in einem Leserbrief wie folgt äußern und zu Wort melden:

  

„Der Bau einer Arztpraxis ohne einen Arzt in Emmingen zeigt wie weit die „Attaken“ gegen den örtliche Arzt Dr Kaufmann in Liptingen gehen. Nun mag es der privaten Investorengruppe frei stehen eine „Arztpraxis ohne Arzt zu bauen und vorzuhalten“, aber dass die Gemeinde Emmingen-Liptingen in ein derartiges Projekt bis 800.000 € investieren möchte, „schlägt schon dem Fass den Boden aus“.

 

Insbesondere auch vor der angespannten Finanzsituation von der Umstellung von Kameralistik auf Doppik (Bem.: Ein Haushalt für 2020 steht noch aus) ist ein derartiges sinnloses Projekt weder wirtschaftlich tragbar, noch mit dem kommunalen Haushaltsrecht vereinbar. Kommunalpolitisch ist es ein Desaster und mir ist schleierhaft, was Bürgermeister Löffler und weite Teile seines Gemeinderats (leider wohl auch mit Liptinger Gemeinderäten!) antreibt.

 

Sie handeln jedenfalls nicht im Interesse der Gesamtgemeinde, sondern sie sind dabei den Arzt der neuen Gemeinschaftspraxis in Liptingen, Dr. Kaufmann, wohlmöglich zu vertreiben, obwohl er auf der Suche nach einem weiteren Arzt für die Praxis ist.  

 

Das Gute an der Sache ist, dass ein offizieller öffentlicher Gemeinderatsbeschluss wohl noch nicht gefasst sein kann und insoweit die Vernunft vor „Kirchtumpolitik der ewig Gestrigen in Emmingen“ obsiegen kann.

 

Das Interessante am Rande ist auch, dass die Investorengruppe der 11-Familienwohneinheiten wohl plötzlich nicht mehr auf Erbpachtbasis „Altenpflege“ bauen wird, sondern das Pfarrgrundstück neben dem Emminger Pfarrhaus offensichtlich von der Kirche abgekauft wurde, um reine Wohnungsimmobilien zu veräußern.“

 

  

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Otto Schoch

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Aktuelles per 30.10.2020:

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Es gibt Neues und Entscheidendes zum Thema  "Ärztliche Versorgung" in Emmingen-Liptingen. Am 02.11.2020 möchte der Gemeinderat in seiner Sitzung ( ab 19.30 Uhr in der Witthoh-Halle in Emmingen) beschließen, dass  die Gemeinde in Emmingen weitere (kommunale) Räumlichkeiten für eine weitere Arztpraxis kaufen soll. Kostenpunkt: min. 600.000 €. Und dies ohne einen Arzt und in diesen auch finanziell schwierigen Zeiten. Notwendig wäre es  für die Gemeinde, die neue Gemeinschaftspraxis von Dr. Kaufmann zu unterstützen und dort zu schauen, dass 1-2 weitere Ärzte neben Dr. Kaufmann mit praktizieren. Das wäre eine zukunftsweisende und richtige Entscheidung für die ganze Gemeinde Emmingen-Liptingen.


Weil mich das dieser Tage so geärgert hat, habe ich einen Offenen Brief an den Bürgermeister und die Gemeinderäte geschrieben. Den Brief stelle ich nachstehend online, in der Hoffnung, dass noch mehrere Bürgerinnen und Bürger so denken wie ich und sich einsetzen. Ob wir es verhindern können?


Gerne könnt ihr mich kontaktieren und ich stehe euch gerne jederzeit zur Verfügung. Natürlich ist das durch die Corona-Krise zur Zeit schwierig und geht nur unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen.


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An

Herrn Bürgermeister Löffler

und den Gemeinderat Emmingen-Liptingen

 

                                                                                                                                                                                                                            Datum  30.10.2020

 

Ärztliche Versorgung – Kauf von Praxis-Räumlichkeiten in Emmingen im Neubau „Silvester“, In der Burg

-      offener Brief

 Sehr geehrte Damen und Herren,

  

Im ländlichen Raum sind Hausarztpraxen dünn gesät und der Versorgungsgrad mit Ärzten sinkt. Der Kreistagsausschuss für Soziales und Gesundheit mit Landrat Bär haben die Situation in Ihrer Sitzung am 23.09.2020 richtig beurteilt (siehe Landkreis Vorlage Nr. 32).

 

Derzeit gibt es im Landkreis Tuttlingen 69 Hausärzte, dies sind rein statistisch ca. 2000 Einwohner pro Hausarzt. Bei 35 Städten und Gemeinden sind dies ca. 2 Hausärzte pro Gemeinde (einschl. den Städten Tuttlingen, Spaichingen und Trossingen).

 

Glücklich sollten wir uns in Emmingen-Liptingen schätzen, dass wir in Liptingen einen Hausarzt haben und dort gerade eine neue moderne kommunale Gemeinschaftspraxis (mit mehreren Ärzten) schaffen können. Diese soll leistungs- und zukunftsfähig sein – im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger. Hier sollte die Gemeinde jedmögliche Hilfestellung leisten und das Projekt bestmöglich unterstützen!

 

Zur Historie und meiner Zeit als Gemeinderat:

 

Ich kann die Emminger Bürgerinnen und Bürger verstehen, wenn sie einen eigenen Arzt wollen. Wer möchte nicht einen Arzt vor seiner Haustüre. Jeder möchte gerne vieles und bekommt es oft nicht! Die Details aus den letzten 10 Jahren im Gemeinderat kenne ich und ich weiß auch wie sich Gemeinderat und Bürgermeister Löffler verhalten und warum.

Tatsache ist, dass sich der Gemeinderat bei der Praxisübernahme von Dres. Reinbach und dann an Dr. Kaufmann in Liptingen im Jahr 2014 weitgehend einig war. Auch bei der Entscheidung nach einem Neubau einer Gemeinschaftspraxis (mit mehreren Ärzten) in Liptingen war dies so.

Erst im Jahr 2017 mit einer Unterschriftensammlung in Emmingen ist der größte Teil des Gemeinderats samt Bürgermeister "umgefallen" und haben plötzlich alles in Frage gestellt – beide Ortsteile sollen nun gleichbehandelt werden, d. h. auch Emmingen braucht eine Arztpraxis und ein Arzt.

Nun es kann nicht sein, dass der kleinere Partner resp. Ortsteil vom größeren Ortsteil immer mehr gegen die Wand gedrückt wird! Ich habe für mich als GR immer in Anspruch genommen, dass ich mich für den Ortsteil Liptingen einsetze. Da ich ein politischer Mensch bin, werde ich mich auch als Bürger weiterhin für Liptingen einsetzen.

Unabhängig von meinem Standpunkt sollte jedoch die Gemeinde an sich ein Interesse daran haben, dass die Gemeinschaftspraxis von Dr. Kaufmann in Liptingen als solche funktioniert und hier weitere (1 – 2) Ärzte gefunden werden; damit wäre dann der 100% Versorgungsgrad, den die KV - Kassenärztlich Vereinigung vorschlägt, erreicht. Genau dies, eine zukunftsfähige Gemeinschaftspraxis war das ursprüngliche Ziel der Gemeinde, d. h. von Bürgermeister und der Gemeinderatsmehrheit, im Jahr 2014!

 

Aber was passiert jetzt?

 

Die Gemeinde Emmingen-Liptingen hat plötzlich „zu viel Geld“ und stellt für eine zweite Arztpraxis ohne einen Arzt in Emmingen im Haushalt Mittel ein. Für dieses Projekt möchte Bürgermeister Löffler min. 600.000 EUR investieren. Aber im Prinzip geht es darum der örtlichen Arztpraxis von Dr Kaufmann in Liptingen (der auch Hausbesuche in Emmingen macht) Patienten abspenstig zu machen und eine Konkurrenz zu schaffen, obwohl es einen interessierten Arzt oder eine Ärztin für Emmingen (noch?) nicht gibt.

 

Eine derartige Vorgehensweise der Gemeinde „schlägt dem Fass den Boden aus“ und die gegenwärtige gute ärztliche Versorgung wird in Frage gestellt. Nun: Dr. Kaufmann hat sich inzwischen eine Alternative in Eigeltingen geschaffen. Kein Wunder – dass bei dieser Vorgehensweise am Ende die gesamte Gemeinde ohne Arzt dastehen kann!

Wollen sie als Verantwortliche das?

 

Vor dem Hintergrund der kommenden Telemedizin und der Schaffung einer zukunftsfähigen Gemeinschaftspraxis mit mehreren Ärzten/ Ärztinnen in Liptingen sowie der angespannten gemeindlichen Finanzsituation ist ein derartiges Projekt sinnlos und wirtschaftlich nicht tragbar. Mit dem kommunalen Haushaltsrecht ist dies keinesfalls vereinbar. Kommunalpolitisch ist es ein Desaster und mir ist schleierhaft, was sie, Herr Bürgermeister Löffler, und genauso sie, werte Gemeinderäte/-innen, - weitgehend unbemerkt von Bürger und Bürgerinnen - hier ungeniert treiben.

 

Sie handeln nicht im Interesse der Gesamtgemeinde und versuchen den Ortsteil Liptingen zu schwächen, wo immer es geht!

   

Mein Vorschlag zur Alternative:

 

Unterstützen sie Dr. Kaufmann bei der Suche nach weiteren Ärzten und helfen sie mit eine zukunftsfähige Gemeinschaftspraxis zu schaffen.

 

Bei der nächsten Gemeinderatsitzung am kommenden Montag, den 02.11.2020 haben sie die Möglichkeit den Beschluss zu vertagen und insoweit in eine vernünftige Diskussion mit der Bürgerschaft und Dr. Kaufmann einzutreten. Erst danach können sie faktenoffen informiert eine tragende Entscheidung im Interesse der Gemeinde Emmingen-Liptingen treffen.

 

Mit freundlichen Grüßen

   

Otto Schoch

 

(Gemeinderat von 2009-2019) 

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Soweit meine Meinung zum Thema "Ärztliche Versorgung" in Emmingen-Liptingen.


PS: Es war im Jahr 2014 schon wie ein "6er im Lotto", Dr. Kaufmann für die hiesige Arztpraxis gewonnen zu haben. Danke an dieser Stelle nochmals an GRin Angelika Störk von "Frauen aktuell", die das Ganze eingfädelt hat.



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